Der Grand California – Mit Stil campen
Wie es sich reist, wenn man die eigene Ferienwohnung immer mit dabeihat, testet die Zürcher Bloggerin Jasmine Decker. Zusammen mit ihrem Mann Gabriel macht sie sich im neuen Grand California auf in den Schwarzwald.
Campen ist eigentlich nicht das Ding von Jasmine Decker. Die Zürcher Reise- und Foodbloggerin war bisher einmal mit einem Campingbus auf Zeltplätzen unterwegs und fand das nicht sonderlich komfortabel. Entsprechend reagierte sie skeptisch, als die Einladung von VW Nutzfahrzeuge kam, den neuen Grand California auf einem Trip in den Schwarzwald zu testen.
Doch schon als sie zusammen mit ihrem Mann Gabriel beim Startpunkt in Albbruck, auf der deutschen Seite des Rheins gelegen, eintrifft, wird ihr klar: Das ist eine andere Hausnummer. «Der ist ja richtig gross», bemerkt sie beim ersten Blick auf den Grand California 600. Die Zahl steht für die Aussenlänge von sechs Metern. Übrigens gäbe es das Reisemobil auch noch grösser mit einer Länge von 6,8 Metern.
Die beiden öffnen die breite Seitentür und betreten über die automatisch ausfahrende Trittstufe den Innenraum. Dort erwartet sie eine schlichte, aber stilvolle Ausstattung: Links vom Eingang befindet sich die Küchenzeile samt Kühlschrank, gegenüber eine Sitzbank mit Tisch, woraus mit den drehbaren Vordersitzen eine Sitzgruppe für Vier wird. Daran schliesst die Badkabine an, die nicht nur über ein WC, sondern auch über eine Dusche verfügt. Hinten im Heck finden sie das quer platzierte Doppelbettt. «Da haben wir ja eine komplette, kleine Ferienwohnung mit dabei», stellt Jasmine Decker bewundernd fest.
Die 34-Jährige kam vor neun Jahren in die Schweiz. Der Plan war, ein Jahr zu bleiben – «jetzt bin ich immer noch da», sagt sie lachend und zwinkert ihrem Mann zu. Jasmine liebt es, in der Natur zu sein, und als sie zu Beginn im Kanton Nidwalden wohnte, suchte sie in ihrer neuen Heimat Ausflugsmöglichkeiten. Da auch Bekannte nach ihren Tipps fragten, startete sie ihren Reiseblog «swissormiss.ch», bald kamen auch Essensvorschläge dazu. Inzwischen lebt sie von ihren Online-Aktivitäten auf den verschiedenen Kanälen.
Wie es der Name ihres Blogs sagt, ist sie grundsätzlich in der Schweiz unterwegs, für den Grand California macht sie aber eine Ausnahme. Und so setzt sich Gabriel hinter das Lenkrad, startet den Motor und stellt den Automatikschalter auf D. Vom Hochrhein geht es nun in den Hochschwarzwald, vorbei am Schluchsee bis zum Titisee.
Die Route führt über bewaldete Hügel und weite Ebenen, passiert malerische Bauern- und Winzerdörfer. Den ersten Halt legen Jasmine und Gabriel in St. Blasien ein. Dort besichtigen sie die Domkirche des ehemaligen Klosters, deren imposante Kuppel zu den grössten ihrer Art in Europa gehört. Zudem ist es Zeit für eine Zwischenverpflegung – nach einer feinen Zimtschnecke fahren sie weiter Richtung Norden.
Auf den schmalen und kurvigen Strassen präsentiert sich der Grand California trotz seiner Grösse überraschend wendig, der 163 PS starke 2-Liter-Diesel-Motor kommt mit den über drei Tonnen Gewicht bestens zurecht. «Er fährt sich praktisch wie ein PW», hält Gabriel fest. Was den beiden ebenfalls gefällt: Die hohe Sitzposition sorgt für eine ausgezeichnete Übersicht.
Auf dem Campingplatz Weiherhof angekommen, platzieren sie den Grand California direkt am Ufer. «Bei einer solchen Aussicht hat das Campen definitiv seinen Reiz», sagt Jasmine, während sie über das tiefe Blau des Titisees blickt. Sie holen den Tisch und die Stühle hervor, die in den Hecktüren verstaut sind, rollen die Markise aus und machen es sich vor dem Reisemobil bequem.
Bevor es ans Kochen geht, richten sie das Auto gerade aus. Dabei hilft ihnen die digitale Wasserwaage in der California App, die sowohl im Infotainmentsystem als auch auf dem Handy verfügbar ist. Zudem schalten sie den Campingmodus ein. Der sorgt unter anderem dafür, dass die Trittstufe dauerhaft ausgefahren bleibt oder die Scheinwerfer nicht aufleuchten, wenn der Grand California zu- oder aufgeschlossen wird.
Jetzt haben unsere Campingneulinge aber langsam Hunger – ein wichtiges Thema für die Foodbloggerin. «Ich koche viel und experimentiere gerne. Aber noch lieber esse ich», sagt Jasmine herzhaft lachend. Für diesen Abend hat das Paar ein einfaches Menü ausgewählt: Pasta mit Pestosauce. Dank der zwei Gasbrenner kann beides gleichzeitig zubereitet werden, und schon nach wenigen Minuten stehen die Teller dampfend auf dem Campingtisch. Den Abwasch erledigen sie anschliessend bequem in der Spüle der Küchenzeile.
Da es draussen langsam frisch wird, ziehen Jasmine und Gabriel nach dem Essen ins Innere des Campers um. Mit wenigen Handgriffen hängen sie die magnetischen Blenden an die Fenster und sind so vor neugierigen Blicken geschützt. Als sie auf dem Bedienpanel bei der Badtür die Standheizung einschalten, entdecken sie die Ambientebeleuchtung. Die beiden spielen mit den verschiedenen Farbtönen herum, bis sie sich für ein warmes Gelb entscheiden, was dem Interieur des Grand California eine gemütliche Stimmung verleiht.
Die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes sehen sie während ihres Aufenthalts nur von Weitem. Denn der Grand California verfügt über ein zwar kleines, aber komplett ausgestattetes Badezimmer mit WC und Dusche – «ein riesiger Komfortgewinn», sagen sie unisono und staunen über die raffinierten Detaillösungen. Ein Beispiel: Der Wasserhahn des Lavabos lässt sich ausziehen, über Kopfhöhe aufhängen und wird so zur Duschbrause. Mit 100 Liter Frisch- und 80 Liter Schmutzwasser sind die Tanks gross genug, um ein paar Tage autonom unterwegs zu sein.
Apropos Komfort: Davon bietet auch das Bett eine Menge. «Die Matratze wirkt eher dünn, ist aber super bequem», stellt Jasmine nach einer ersten Liegeprobe erstaunt fest. Mit 1,93 mal 1,36 Meter erweist sich die Schlaffläche als genug gross für zwei Personen. Aussparungen an den Seiten schaffen zusätzlichen Raum im Kopf- und Fussbereich. So kann sich auch Gabriel mit seinen 1,83 Metern Körperlänge ausstrecken. Einer erholsamen, ruhigen Nacht steht damit nichts im Wege.
Am Morgen wird das Paar von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die durch das Dachfenster hineinblinzeln. Sofort steht es auf, um nicht zu verpassen, wie die Sonne spektakulär über dem See aufgeht. Danach stellen sie den Espressokocher auf den Herd, holen Früchte, Säfte und Schoggigipfel aus dem Kühlschrank, und schon ist alles bereit für ein romantisches Frühstück direkt am Wasser. «Ein solches Erlebnis mitten in der Natur hätte man in einem Hotelzimmer nicht», merkt Jasmine an, «und auf Komfort muss man trotzdem nicht verzichten.»
Bald rückt die Zeit für die Heimreise näher. Sie packen gemütlich ihre Siebensachen zusammen und verstauen die Taschen im grossen Stauraum unter dem Bett. Auf dem Rückweg fahren sie über Todtmoos und nutzen dabei die Möglichkeit, die vielen Assistenzsysteme des Grand California zu testen – wie etwa den Travel Assist, den Spurhalteassistenten oder die Verkehrszeichenerkennung.
Nach zwei Tagen und einer Nacht ist der Trip bereits zu Ende. Viel zu rasch, wenn es nach Jasmine Decker geht. «Mit diesem Auto würde ich gerne mal ausgiebig die Alpen bereisen», sagt die Bloggerin. «Und ganz ehrlich: Für eine gewisse Zeit könnte ich im Grand California sogar wohnen.»